
"Zweifach ist meiner Seele Sehnsucht:
Heim will sie ins ewig währende Reich-
Und doch auch jenen Boden ganz ergründen,
Auf den sie ward gefallen."
Eine Biographie erschließt sich zumeist rückwärts: Von heute zurückblickend ergeben die Stationen, die Inhalte und Aufgaben einen anderen Sinn. Der rote Faden in meinem Leben spinnt sich aus einzelnen Strängen zusammen, die da sind: Sein, Bewusstsein und dem Lebendigen, der Erde.
Schon mit 21 Jahren begann ich mit der strengen Übung der ZEN-Meditation, deren Inhalt die Leere und Stille ist. Einfach nur da sein- oder wie es in einer ZEN Frage heißt: "Wenn du auslöscht Sinn und Ton- was hörst du dann?"
Auf der einen Seite die Leere, auf der anderen Seite das Leben, in meinem Falle in Form der Erde und ihrem Wesen. Die Geomantie. Sie kam zur gleichen Zeit wie die der ZEN in mein Leben. Geomantie: die sensible Hinwendung zum Lebendigen in all seinen Dimensionen; die der sichtbaren Welt der Erscheinungen und die der unsichtbaren Welten der Kräfte, der Seele und des Geistes.
Diese beiden Richtungen verlangten nach Verbindung und Interaktion - und im besten Falle nach Vereinigung. Wie kann diese geschehen und was ist fähig, diese beiden scheinbaren Pole zu vereinen?
Für mich ist es die Kunst, die Poesie und die soziale Fragen.
In diesen Bereichen entfaltete sich meine Kreativität, teils als ganz eigene Schöpfungen, frei in die Welt gestellt, teils als Antworten von Anfragen, die aus der Welt an mich gestellt wurden. Dankbar bin ich schon heute für die Fülle und Komplexität, die mein Leben mir bereitete und deren Elemente ich hier teilen will.
Folgenden Dreiklang meißelte ich in den Stein an der Schwelle zu einem Tempel:
Liebe Lernen - Liebe leben - Leben gestalten.
Peter Florian Frank
Foia, 14.07.23